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Samstag, 25. November
2006 |
KULTUR |
Nummer 273 17 |
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Schaubühne spielt die Komödie
„Ein seltsames Paar"
Witzige
Dialoge und eine spritzige Inszenierung |
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Turbulent geht es bisweilen in der
Komödie „Ein seltsames Paar" zu, die die Schaubühne Sindelfingen derzeit
im Theaterkeller auf die Bühne bringt.
Foto:
Volker Winkler |
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Sindelfingen - Einmal mehr spielt
die Schaubühne im Theaterkeller zu Sindelfingen. Mit dem Stück „Ein
seltsames Paar" von Neil Simon hat man sich eine brillante Komödie
ausgesucht und bringt sie in einer höchst professionellen Aufführung auf
die Bühne.
VON ANNA J. DEYLITZ
Felix wird vermisst bei der regelmäßigen Pokerrunde in Oskars Appartement, zu der auch Roy, Murray und Vinnie regelmäßig erscheinen. Oskars Acht-Zimmer-Apartment ist in einem heillos chaotischen Zustand, so wie Oskars Leben auch, nachdem ihn Gladys verlassen hat. Er schuldet seiner Frau den Unterhalt. Die Wohnung verkommt zusehends. Was er aus dem defekten Kühlschrank serviert, ist ungenießbar. Aber er ist ein zufriedener lebenslustiger Mensch. Carsten Spitzer gibt dieser wunderbaren Rolle - man erinnert sich an Walter Matthau - Profil und Gestalt.
Irgendwann erscheint dann Felix
doch, dieser Prototyp des larmoyanten Unglücksraben und
fürchterlichen Hypochonders. Seine Gattin Frances hat ihn wohl auch
deshalb nicht mehr ertragen und ihn rausgeworfen. Felix kennt seine
versammelten schwachen Seiten und trägt sich mit Selbstmordgedanken.
Rainer Wolf spielt diesen Felix auf eine so überzeugende Weise,
dass |
man Frances gut verstehen kann, ihn
jedoch auch, er kann nicht aus seiner Haut. Was jedoch reitet Oscar,
gerade diesen Typen in seiner Wohnung aufzunehmen? Ein bisschen
Einsamkeit, Mitleid, Freundschaft?
Man erfährt es nicht wirklich, wohl
aber bekommt der Zuschauer hautnah mit, wie sich das Ganze
weiterentwickelt: Felix übernimmt. Er kocht, putzt, verschönert, sorgt für
Häuslichkeit und erwartet Pünktlichkeit und Folgsamkeit. Kurz: Er
übernimmt die Rolle der überbeschäftigten und unzufriedenen
schmollenden Gattin („Tritt auf die Zeitungen, der Boden ist noch
feucht"). Dafür gerät Oscars Leben wieder in etwas geordnetere Bahnen,
irgendwie arrangiert man sich, trotz aller heftigen
Streitereien.
Gründlich in die Hosen allerdings geht Oscars Versuch, ein Date zu viert - entzük-kend die beiden kichernden Damen Katrin Schwarz und Naemi Zoe Keuler - zu arrangieren. Felix vermasselt erst das Essen und dann die Stimmung, weil er die Bilder seiner verlorenen Familie zeigt und heraufbeschwört. Weinen, Mitleid und Mitgefühl sind das Letzte, was sich Oscar an Stimmung gewünscht hat. Er ist Felix leid und wirft ihn hinaus. Ist aber auch ganz dankbar, als der - vorübergehend versteht sich - zu den beiden Damen zieht.
Eine letzte Pokerrunde in der
wieder verschlampten Wohnung. Wieder erträgt
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Murray stoisch den telefonischen Einkaufsauftrag seiner Gattin (Frithjof Künzel schön liebenswert vertrottelt). Wieder muss Vinnie pünktlich zu Hause sein (Bernd Schmalenbach mit einem ausgezeichneten Schauspieldebüt). Auch Roy (absolut adäquat: Jens Reinheimer) ist wieder da, als Felix wieder auftaucht. Sie wissen alle um ihre Macken und ertragen sich liebevoll geduldig, wie das eben bei Freundschaften so ist. |
Das Ganze lebt von den
geschliffenen und höchst witzigen Dialogen, die Neil Simon seinen Figuren
in den Mund gelegt hat. Und es lebt von der Schnelligkeit, die eindeutig
Regisseur Jürgen von Bülow zu verdanken ist. Er sorgt dafür, dass nach den
zahlreichen Pointen keine Nachdenkpausen entstehen, dass sich
die Figuren auf höchst natürliche Weise über die Bühne bewegen und dass im
ganzen Ensemble eine Ausgewogenheit |
herrscht, die richtig
Freude macht. Ein Stück, das nicht unbedingt zum Schenkelklopfen einlädt,
aber viele Lachtränen kosten kann. Nicht versäumen!
Die Schaubühne spielt „Ein
seltsames Paar" am 25., 26. und 29. November, sowie am 1., 2., 3.,
4., 6., 8., 9. und 10. Dezember jeweils um 20 Uhr im Theaterkeller.
Kartenvorverkauf im i-Punkt Marktplatz, Telefon 0 70 31) 94-325 oder
94-777. |
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