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Sindelfingen: Schaubühne
inszeniert „Offene Zweierbeziehung" von Franca Rame und Dario Fo mit
Gisela Samesch und Karsten Spitzer
Im
Ring fliegen die Papierkörbe |
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Von unserem Mitarbeiter Ulrich
Holthausen |
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im Theaterkeller. Unterhaltsam
entwickelt sich das lebendige Spiel, auch wenn die rastlosen Laufwege
gelegentlich etwas ungezügelt wirken. Viele nette kleine Einlagen aus
der boulevardesken Klamottenkiste. Und selbst politische Implikationen des
italienischen Agitprop-Paares werden umgesetzt.
Kraftvoll agieren die Darsteller im
Wechselspiel zwischen Übertreibung und Nachdenklichkeit, im
Wechsel der Solidaritätsbekundungen. Gewohnt souverän und sicher
Karsten Spitzer. Der „offene Zweier", da schwebt er geradezu. Die
Entwicklung bei Gisela Samesch scheint zunächst nicht so überzeugend, der
Kleiderwechsel reicht offensichtlich nicht sofort aus.
Kittelig farblos wird sie in emotionaler Erpressung und der Distanz zum eigen Psy-chokrieg jedoch immer voller und präsenter. Und steht schließlich ganz ausdrucksstark ihre Frau auf der Bühne. Punktet im Bühnenring nicht nur dank der Rolle: zwei exzellente Solokämpfer. Aber es kommt zu keinem wirklichen Schlagabtausch.
Mehrere Runden
Distanziert spielen sie aneinander
vorbei. Über mehrere Runden steigen so Frau und Mann in den Ring. Ein
offener Schaukampf. Doch der enge Infight entwickelt sich nicht. Der
einzige Vorwurf, der man einer gelungenen Inszenierung und einem
ausdrucksstarken Bühnenspiel machen muss.
■ Die nächsten Runden der
Schaubühne in der „Offenen Zweierbeziehung" steigen im Theaterkeller im
Hotel Knote an der Vaihinger Straße in Sindelfingen um 20 Uhr von
Donnerstag bis Sonntag, also vom 1. bis 4.
Dezember). |
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Kräftige Inszenierung eines
starken Stückes. Die Sindelfinger Schaubühne trifft den Nerv mit
Dario Fos und Franca Rames köstlich amüsanter Farce vom ewig alten
Beziehungskrieg: „Offene Zweierbeziehung". Eine furiose Ehekeilerei
in rasant turbulenten Szenen als lebendiges und unterhaltsames Spiel
im Theaterkeller. Die Beziehungskiste Ehe, ein Box-und
Ringkampf.
Szenen einer Ehe, es ist das ganz
alltägliche Theater. Das Szenario ist klar. Die Ehe, das bürgerliche
Postulat einer geschlossenen Zweierbeziehung. Doch die „offene
Zweierbeziehung funktioniert offensichtlich auch nur, solange sie nur auf
einer Seite offen ist - der Seite des Mannes. Sonst entsteht
Durchzug", heißt es in der Ankündigung.
Ein kräftiger Wind, der durch den
Theaterkeller rauschte. Die längst zum Klassiker gewordene Farce des
Ehe-, Schriftstellerund Bühnenpaares Franca Rame und Dario Fo liefert
einen amüsanten und furiosen Stoff (1983). Witzig und intelligent, mit
großartigem Wortwitz und gekonnter Wortspielerei. Voller
Selbstironie, wenn die Protagonisten immer wieder kommentierend aus
den Rollen heraustreten. Turbulente Szenen der
Beziehungsunfähigkeit.
Der Nerv ist getroffen
Dorothea Meert's kräftige und sehr
sorgfältige Inszenierung trifft den Nerv dieses starken Stückes. Und
so auch die Zuschauer |
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Treffer: Gisela Samesch (rechts)
und Karsten Spitzer (links) spielen den Ehekrieg, bei dem Papierkörbe
fliegen, im Sindelfinger Theaterkeller.
Bild: Fischer/z |
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