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Mein Freund Harvey", gespielt ,von der Schaubühne Sindelfingen, hat morgen im Theaterkeller Premiere Foto: Markus Brändli |
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Schaubühne Sindelfingen zeigt
„Mein Freund Harvey" - Premiere ist am morgigen Freitag
Verrücktsein
ist eine göttliche Gabe |
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Sindelfingen - „So viele Leute
werden jeden Tag überfahren. Warum kann das nicht Onkel Elwood
passieren?", fragt sich Myrtle Mae (Kera Rachel Cook als „Edel-Zicke").
Sie schämt sich, wegen Harvey, dem besten Freund ihres Onkels. Mit ihm
geht er gerne einen trinken, stellt ihn allen Leuten vor und nimmt ihn
überall hin mit. Das Problem dabei: Harvey ist ein fast zwei Meter
großer weißer Hase. Und nur Elwood kann ihn sehen.
• VON EDMUND LANGNER
Kein Wunder, dass Myrtle Mae und
ihre Mutter Veta Lousie (permanent enerviert: Astrid Reinhardt) den
verrückten Onkel und Bruder schnellstens loswerden wollen. Kein
gesellschaftlicher Anlass, bei dem Elwood (als personifizierter
Gentleman der alten Schule: Frithjof Künzel) nicht seinen unsichtbaren
Freund vorzustellen versucht.
Der Haken dabei: Das Haus in dem
sie leben gehört Elwood, der sich so ein finanziell unabhängiges
Leben leisten kann und regelmäßig in „Emils Taverne" eine Runde ausgibt.
Für sich, seine Freunde und natürlich für Harvey. Irgendwann hat Veta
Louise genug. Sie beschließt, ihren Bruder in ein |
Sanatorium einzuweisen und sich
seinen Besitz anzueignen. Aber dann greifen die Gesetze der
Verwechslungskomödie: Statt Elwood wird seine Schwester für verrückt
gehalten und die Geschichte kommt richtig in Fahrt. . .
„Ich habe das Stück vor vier Jahren
in Darmstadt gesehen", erzählt Rainer Wolf, Regisseur des Dreiakters und
seit zehn Jahren Leiter der Schaubühne Sindelfingen. Die
hintersinnige Komödie hat Wolf so gut gefallen, dass er sie nach
Sindelfingen holen wollte. Geschrieben hat es die 1907 geborene Mary
Chase. Für „Mein Freund Harvey" bekam die Amerikanerin mit irischen
Wurzeln den Pülitzerpreis. 1951 wurde es mit James Stewart in der
Hauptrolle verfilmt. „Der hat die Rolle damals auch am Broadway
gespielt", weiß Wolf, der in dem Stück den Psychiater Dr. William R.
Chumley mimt.
Es ist Dienstagabend. Generalprobe
im Theaterkeller. Am Freitag ist Premiere. Gut drei Monate haben die elf
Darsteller geprobt. „Den Film werde ich mir erst nach der Premiere
anschauen", sagt der Regisseur. Auch Hauptdarsteller Künzel kennt den Film
nicht und mag sich auch nicht vorher von Schauspielerikone James
Stewart einschüchtern lassen. Er legt Elwood als über alle Maßen
freundlichen und friedfertigen Menschen an, |
der seinem unsichtbaren großen
Freund stets höflich die Türe aufhält, ihm den Stuhl zurechtrückt
oder ihm den Mantel anzieht.
Was Wolf an dem Stück reizt, ist
der Kontrast zwischen der gekünstelten Welt von Myrtle Mae und Veta
Louise und der absoluten Friedfertigkeit und Bodenständigkeit
Elwoods. Dass dieser, wie Wolf sagt, „nicht mehr alle Blumen im Strauß
hat", mache gerade seinen Charme aus: „In Irland bringt man solchen
Menschen Respekt entgegen, weil man glaubt, dass sie einen Draht zum
Göttlichen haben", erzählt er. „Wer nicht verrückt ist, ist nicht normal",
hat es Mary Chase formuliert.
Wer ein wenig Nachhilfe in Sachen
Verrückstein braucht, kann sich am Freitag, 24. September, um 20 Uhr
die Premiere im Theaterkeller Sindelfingen die Premiere
anschauen.
Weitere Aufführungstermine:
Samstag, 25. September, Sonntag 26. September, Mo. 27. September,
Mittwoch, 29. September, Freitag, 1. Oktober, Samstag, 2. Oktober,
Sonntag, 3. Oktober, Samstag, 9. Oktober, Sonntag, 10. Oktober,
Montag, 11. Oktober und Mittwoch, 13. Oktober. Beginn ist jeweils um 20
Uhr. Karten beim i-Punkt, Sindelfingen, Telefon (07031)
94-325. |
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