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Sindelfingen: Schaubühne
mit „Irre alte Welt" im Theaterkeller
Wesen
mit makabrem Reiz |
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Von unserer Mitarbeiterin Susanne
Rehm |
ben. Die Aufregung ist daher groß,
als der liebliche Ozean eines Tages zwei Exemplare der unbekannten Spezies
an die Gestade spült. Die gestrandeten Männer wiederum kennen Frauen auch
nur aus den Erzählungen ihres Vaters.
James Saunders entwickelt aus
dieser pikanten Konstellation einen ebenso hochinteressanten
Plot, der hält, was die Exposition verspricht und von der Schaubühne
sehr ansprechend umgesetzt wird. Das Ensemble agiert dicht und homogen,
keiner drängelt sich unnötig in den Vordergrund, niemand geht unter. Wie
sprach Berti Vogts doch so schön: Der Star ist die
Mannschaft.
So verhält es sich auch mit der
Schaubühne. Daniel Hefele als „David" spielt zwar einen Tick
überzeugender als sein Kollege. Dafür hat Florian Schmider als
tolpatschi-ger und unbedarfter „Tony" die Lacher auf seiner Seite und
bekommt mehr Sympathiepunkte.
Klares Unentschieden auch auf
Seiten der Damen. Jessica Kordulla spielt die „Caroline" als
personifizierte Anmut, ein liebliches, Blumen pflückendes Geschöpf, das
dem Publikum Tränen der Rührung in die Augen treibt. Gisela Samesch
in der Rolle der „Jo" begeistert durch ihre Stärke, ihren
Kampfeswillen. Die etwas naive „Lorna", gespielt von Birgit Lebherz,
ist herrlich komisch, wie sie mit Hilfe jeder nur erdenklichen Sprache
(Kisuaheli! Russisch!) versucht, Kontakt mit Wesen aufzunehmen, die einen
„makaberen Reiz" auf sie ausüben.
Die nachdenkliche „Sheila" (Beate
Zuber) kann einfach nicht glauben, dass der Mann von Natur aus böse ist
und bleibt immer schön ruhig. Und „Helena", gespielt von Stephanie
Heske, hat einen äußerst trockenen Humor und bekommt ebenfalls
Sympathiepunkte, weil man sich mit ihr am besten solidarisieren
kann.
■ Weitere Aufführungen: (heute)
17. bis 22. Februar, jeweils 20 Uhr, Theaterkeller Sindelfingen.
Kartentelefon 0 70 31/94-3 25 und
94-7 77. |
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Das Stück, das Ulrich von der
Mülbe für die Sindelfinger Schaubühne ausgegraben hat, entpuppte sich
als kleine (Südsee-) Perle. „Irre alte Welt", eine relativ unbekannte
Komödie des relativ bekannten Engländers James Saunders ist witzig und
doch hintersinnig. Im Theaterkeller fand die gelungene Premiere
einer Produktion statt, die man sich glatt zweimal anschauen
kann.
Mit dem Programmheft bekamen die
Premierengäste ein Bounty ausgehändigt. Eine nette Idee, denn der
laut Werbeslogan „paradiesisch gute" Schokoriegel stimmte sehr schön
auf die Thematik von James Saunders „Irre alte Welt" ein. Der
britische Dramatiker hat aus allerlei Zitaten der Weltliteratur
ein äußerst amüsantes Theaterstück zusammengezimmert.
Im 22. Jahrhundert erschütterte der
dritte Weltkrieg die Erde, danach hatten die Frauen die Nase von der
brutalen Herrschaft der Männer gestrichen voll. Sie verbannten sie und
entwickelten eine Methode, sich auch ohne ihre Mithilfe
fortzupflanzen.
Wir befinden uns weit in dieser
Zukunft auf einer Südseeinsel, auf der die schönsten Früchte wachsen -
praktischerweise sogar auf Schulterhöhe - auf der die Bienen ihren Honig
gerne und ohne zu stechen abgeben und wo die Natur in Kokosnüssen
wunderbaren Wein gären lässt. Die Bühnenbildner Gisela Samesch,
Irmgard Gürtesch und Ma-ritta Wurm haben sich große Mühe gegeben und mit
viel Liebe zum Detail das paradie-- sisch schöne Schlaraffenland im
Theaterkeller installiert.
Auf diesem Eiland leben fünf
Schwestern, deren längst verstorbene Mutter auch so ein unbegattetes Weib
war und die folgerichtig noch nie ein männliches Wesen gesehen
ha- |
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