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Sindelfingen: Dorothea
Meert inszeniert Molières „Eingebildeten Kranken" für die
„Schaubühne" |
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Frithjof Künzel in der Hauptrolle
des „Eingebildeten Kranken" wartet in der Inszenierung der „Schaubühne" im
Sindelfinger Theaterkeller mit schauspielerischen Glanzlichtern auf. Bild:
Stampe |
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Von unserem Mitarbeiter Maximilian
Karl |
virtuos herausgearbeiteten
Titelfigur die Fieberskala traumhaft rauf und runter galoppiert. Eine
Glanzrolle für ihn. Mimisch und gestisch sprüht er mit unbändiger
Präsenz vor schon beängstigender Spiellust in Molières letztem Werk -
schließlich starb der im Kostüm der Titelrolle.
Köstlich das Zusammenspiel im
Gespann mit Rolf Welz als seinem Gegenpart Doctor Diafoirus bei ihrem
Wortduell, das sich als paralleler Sprachgesang in den gemeinsamen
Schlussreimen trifft. Doch trotz seiner dominanten Gegenwart in jeder
Szene wirkt der an diesem Abend sehr spielstarke Frithjof Künzel jederzeit
auch sehr gut anspielbar, scheint seine Mitspieler mit seiner
Spielfreude mitzureißen und sie teilweise notfalls auch
mitzutragen.
Vor allem Olga Knaus als Toinette
scheint davon zu profitieren. Sie wirkt in der von der „Schaubühne"
genutzten Übersetzung von Tankred Dorst als schlagfertiges
Dienstmädchen, eigentlich eine treibende Kraft, überfordert. Sie
sollte forscher gerade dieser Rolle, die das Spiel durch die Verstellung
des Guten zur Entlarvung des Bösen entscheidend weiterbringt, auch
das nötige Gewicht geben. |
Doch nach einer allerdings geraumen
Anlaufzeit trifft auch sie den Ton der Inszenierung jenseits der
Klamotte. Einen Ton, den die noch junge Sarah Messore (als Tochter
Angèlique) auch stimmlich so ziemlich verfehlt. Verleiht Andreas
Bühler als ihr Liebhaber Cléante der gemeinsamen Gesangseinlage
(für die Musik sorgt Paul Bischoff) noch gewisse parodistische Züge,
bleibt auch ihr Ausflug in die Tonwelt eine kleine Enttäuschung in einem
starken Ensemble.
Die Wahrheit Molières ist die
Übertreibung der Karikatur. Seine scharfe Satire auf Medizin und
Ärztewesen ist die reine Posse. Auch wenn die Komik durchaus
dämonische Züge trägt. Dorothea Meerts Inszenierung einer
zeremoniellen Dramaturgie mit vorgeprägten Figuren bleibt wohltuend
zurückhaltend mit einer angenehmen Dosierung vor allem der
komischen Elemente. Vielleicht konnte das Publikum sich gerade deswegen so
herzhaft amüsieren.
■ Die „Schaubühnen"-Inszenierung
des „Eingebildeten Kranke" ist noch morgen und von Freitag bis Montag
(24.März bis 27.März) jeweils um 20 Uhr im Sindelfinger Theaterkeller
zu sehen. |
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„Man halte sich an die bewährten
Regeln der Kunst - und es kann nichts passieren." Dorothea Meerts
gradlinige Inszenierung trifft sehr angemessen und angenehm den
komischen Ton Molières einfach köstlicher Komödie „Der eingebildete
Kranke". Eine gelungene Premiere im Sindelfinger Theaterkeller vor
allem dank starker Komödianten in den „Schau-bühne"-Reihen.
Molières pointiert komische
Typenkomödie bietet aber auch in vielen gleichwertigen Rollen den
Darstellern äußerst dankbare schauspielerische Aufgaben. Mit einer
kraftvollen Vorstellung nehmen etwa Klaus Dieter Kreuer als
Notar de Bonnefoy, Barbara Hepp (Ehefrau Bline) oder Harald Perc als Sohn
des Doctor Diafoirus diese Chance in ihren für die Geschichte eigentlich
schlichten Rollen dann auch an.
Überragend allerdings, wie ein
cholerisch eitler Hypochonder Frithjof Künzel in der |
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