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Vor der Premiere im Jahr 1937 machte Horvath sein Publikum mit folgender Andeutung neugierig: "Es ist ein historisches Lustspiel und spielt am Hofe des ungarischen Königs Matthias Corvinus während der Türkenkriege. Es schildert Anfang und Ende, Voraussetzung und Auswirkungen einer mittelalterlichen Korruptionsaffäre ... mit und ohne Kritik. Ein braver König weigert sich, seine tapferen Soldaten in ein männerloses Dorf zwecks Geburtenhebung zu entsenden, weil die Frauen von abscheulicher Hässlichkeit sind. Mit Hilfe einer List gelingt aber doch das Vorhaben, zumindest teilweise. Mehr möchte ich vor der Premiere nicht sagen." |
| Um dem theaterbegeisterten Nachwuchs eine Chance zu bieten und in ein bestehendes Theaterstück entsprechend einzubinden, hat Dieter E. Hülle folgende Rahmenhandlung geschrieben. |
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Ein junges Mädchen möchte Schauspielerin werden. So was kommt in den besten Familien vor, und in der Regel legt sich das auch irgend wann wieder. Vivien allerdings meint es ernst: sie setzt sich hin und schreibt ein Theaterstück mit dem spannenden Titel „Ein Dorf ohne Männer“. Als Vorlage benutzt sie einen halbwegs verschollenen ungarischen Roman, den ihre Eltern während ihrer Badeferien am Balaton antiquarisch gekauft haben. Viviens Mama möchte ihrer Kleinen eine Freude machen und telefoniert mit ihrer besten Freundin Dorothea: sie, Dorothea, habe doch seit jeher gute Beziehungen ins Amateur - Theater - Milieu. Ob sie nicht helfen könne, das Stück im trauten Familienkreis an Viviens Geburtstag aufzuführen? Strengste Geheimhaltung vor Vivien ist allerdings Grundvoraussetzung. So nimmt denn der ganz normale Familien - Wahnsinn seinen Lauf: Onkel und Tanten, Vettern und Basen, Freunde und Freundinnen kommen zusammen und proben. Jede und jeder muss sich mit einer Rolle auseinander setzen, ob sie zu ihm passen mag oder auch nicht so ganz. Da spielt schon mal der junge Bruder einen ältlichen Saunagänger, oder eine liebenswürdige Tante arbeitet sich ins Milieu ein. Manche Familienmitglieder, die sich schon immer als begabte Mimen ausgezeichnet haben, kriegen gleich zwei Rollen aufgebrummt. Wenn's ganz schlimm käme, müsste auch schon mal Geschlechtertausch vorgenommen werden... Zusätzlich tauchen Klassenkameraden von Vivien überraschend auf und wollen was vorspielen. Bloß eine der Hauptrollen bleibt bis zuletzt unbesetzt. Aber Vivien lässt sich dadurch ihre Geburtstagsfreude nicht verderben: Die Blonde wird kommen, irgend woher... Dieter E. Hülle |