Wankelmut der Liebe

(Verführbarkeit auf beiden Seiten /La double inconstance)

Sylvia und Arlequin sind ein glückliches Paar und wollen es auch bleiben. Aber der Prinz hat es sich in den Kopf gesetzt, Sylvia zu seiner Frau zu machen.

So entführt er das Paar in seinen Palast, in der Hoffnung, dass seine Macht ausreicht, um das Paar mit Hilfe von verlockenden Angeboten auseinander zu bringen. Doch dies fruchtet nicht, gegen die Liebe ist keine Macht gewachsen

Erst als Flaminia vom Prinzen beauftragt wird, mit weiblicher List und Klugheit die Herzen der beiden Liebesleute mit Lob und Schmeicheleien zu bezirzen, wird deren Widerwille gegen die fremde herrschaftliche Welt gebrochen. Nun erkennt auch Sylvia, dass ihre Beziehung zu Arlequin vom Alltag abgestumpft ist und so steigen die Chancen des Prinzen, Sylvia zu seiner Gemahlin zu machen.

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Das Stück wurde 1723 von Marivaux geschrieben, nachdem er aufgrund eines Bankrotts einer Bank erheblichen finanziellen Schaden erlitten hatte und daher gezwungen war, als Stückeschreiber seinen Broterwerb zu verdienen. So erscheint hier Arlequin als der Wortführer des Autors, der sich gegen den Adel mit sozialen Problemen herumschlagen muss.