Mary Coyle Chase wurde am 25. Februar 1907 in Denver/Colorado geboren. Ihre Mutter war irischer Abstammung, und ihre drei Onkel Pete, Tim und Jamie unterhielten sie mit Geschichten aus der keltischen Mythologie über Pukas und andere Sagengestalten. Ihre Schulzeit in Denvers Elementarschulen brachte ihr "die besten Noten für Fleiß und die schlechtesten für Betragen" ein, wie sie selbst einmal sagte. Nach dem Besuch des College und der Universität arbeitete sie als Zeitungsreporterin, zuerst bei der lokalen Zeitung „Rocky Mountain News“, anschließend für große Agenturen wie „United Press“.

1928 heiratete sie den Kollegen Robert Lamont Chase. Als Hausfrau und Mutter von drei Kindern gab sie ihre Tätigkeit bei der Zeitung auf. Nun widmete sie sich, wenn sie von ihrer Familie nicht gerade in Anspruch genommen wurde, einer alten Leidenschaft - dem Theater. Sie begann, Stücke zu schreiben. Nach zwei weniger bekannten Werken schaffte sie dann mit der Uraufführung von "Harvey" 1944 den Durchbruch. Allein in New York war das Stück bis zum Ende der Spielzeit 1948/49 über 1700mal zu sehen.

Harvey brachte ihr den Pulitzer-Preis ein. Sie schrieb danach noch weitere Bühnenstücke (etwa „Mrs. McThing“), die aber nie an die Popularität von Harvey heranreichten. Für zwei Filmfassungen von Harvey (1950 und 1972) schrieb sie das Drehbuch. Die erste Verfilmung mit James Stewart in der Rolle des Elwood P. Dowd brachte einen Oscar für Josephine Hull als beste weibliche Nebenrolle für ihre Darstellung der Veta Louise Simmons ein.

Elwood P. Dowd, der Held unseres Stückes, verdankt seinen Charakter wahrscheinlich einem Rat, den Mary Chase von ihrer Mutter während ihrer Kindheit erhalten hatte:

Sei niemals unfreundlich oder gleichgültig zu einem Menschen, der von anderen als verrückt bezeichnet wird. Oft tragen diese Menschen eine tiefe Weisheit in sich. In der alten Heimat [Irland] zollen wir ihnen viel Respekt und nennen sie ‚fairy people’

(engl.: fairy = Fee, Elfe).

"Vielleicht sind sie das manchmal auch.“

Mary Chase lebte bis zu Ihrem Tode im Jahre 1981 in teilnahmsvoller Verbundenheit mit den Menschen in Denver.