Arthur Miller

H e x e n j a g d

(The Crucible)


Arthur Millers „The Crucible“ (wörtlich: „Die Feuerprobe“) basiert auf einer wahren und gut dokumentierten Begebenheit aus dem Jahre 1692 in der von neu-englischen Puritanern bewohnten Stadt Salem (Massachusetts) im Osten von Nordamerika. Damals wurden unbescholtene Bürger der Hexerei bezichtigt und standen vor einer furchtbaren Wahl: Sie konnten sich entweder schuldig bekennen und ihre „Mitverschwörer“ namentlich nennen oder am Galgen enden.

Das Stück entstand unter Arthur Millers direktem Eindruck der Kommunistenhysterie in den frühen 50er Jahren; viele Künstler (aber auch Wissenschaftler) mussten damals den Untersuchungsausschüssen für „unamerikanische Umtriebe“ des US-Senators Joseph McCarthy Rede und Antwort stehen. Eine Verweigerung der Aussage war beruflicher Selbstmord.

Das Stück wurde im Januar 1953 am Broadway uraufgeführt, als die „Arbeit“ dieser Ausschüsse noch im Gang war.



* * *



Die Hexenjagd’ war eine Verzweiflungstat. Ich vermute, meine Verzweiflung speiste sich vorwiegend aus einem typischen Trauma, das noch aus den Zeiten der Großen Depression stammte; das Bewußtsein war in dieser Zeit geprägt vom Aufstieg des Europäischen Faschismus und des brutalen Antisemitismus, der als direkte Folge dieses Aufstiegs an die Macht gelang.“

aus: Arthur Miller,
„Why I wrote ’The Crucible’”, 1996