Arthur Miller wurde am 17. Oktober 1915 in New York als Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten aus Österreich geboren. Nach der Schule studierte er an der Universität von Michigan Publizistik, Literatur und Englisch. Während der Wirtschaftskrise verarmte sein Elternhaus. Miller finanzierte sich seine Ausbildung u.a. als Hafenarbeiter und in einer Autofabrik. Ab 1938 war er Redakteur für den „Michigan Daily“. Zu der Zeit wurden auch erste Dramen von ihm aufgeführt. Dann kam der 2. Weltkrieg, und Miller nahm als Marinesoldat daran teil.
1940 heiratete er Mary Grace Slattery, 1956 heiratete er Marilyn Monroe, und 1962 heiratete er die österreichische Fotografin Ingeborg Morath, mit der er bis heute zusammenlebt und deren Tochter Rebecca mit dem Schauspieler Daniel Day-Lewis verheiratet ist.
Millers Stücke, mit denen er seit 1947 auf den Bühnen große Erfolge feierte, richten sich schon früh gegen die angeblich angenehmen Seiten der modernen kapitalistischen Industriegesellschaft. So deckt er am Beispiel einer Durchschnittsfamilie in der Tragödie „Tod eines Handlungsreisenden“ (1949, dt. 1950) den schönen Schein des „America Way of Life“ auf, der seine bürgerlichen Mitglieder aufopfert.
Viele seiner Werke sind filmisch angelegt und dienten als Vorlage für Verfilmungen; u.a. „Alle meine Söhne“ (1948), „Tod eines Handlungsreisenden“ (1951 & 1985) , „Blick von der Brücke“ (1961), „Misfits“ (1962) und „Everybody wins“ (1990). Außerdem wurden zahlreiche seiner Werke für das Fernsehen umgesetzt. --- Arthur Miller schrieb aber nicht nur Drehbücher und Theaterstücke, sondern betätigte sich auch als Bühnenregisseur. Darüber hinaus ist er ein hervorragender Erzähler.
Zu seinen Werken zählen unter anderem „A View from the Bridge“ (1955; dt. 1956), „Incident of Vichy“ (1965; dt. 1965), „The Price“ (1968; dt. 1968), „“I don`t need you anymore“ (1968; dt. 1969), „In Russia“ (1969; dt. 1969), „The Creation of the World and other Business“ (1972), „The Archbishop`s Ceiling“ (1977), „The Theatre Essays“ (1978), „The American Clock“ (1980) und „Timebends“ (1987).
2002 wurde Arthur Miller in der nordspanischen Stadt Oviedo mit dem renommierten spanischen „Prinz-von-Asturien- Preis“ in der Sparte Literatur geehrt. Der amerikanische Dramatiker ist damit nach Günter Grass (1999) und Doris Lessing (2001) der dritte nicht-spanischsprachige Schriftsteller, der mit dieser Auszeichnung geehrt wurde. 2003 erhielt er den für ihn bedeutsamen israelischen „Jerusalem-Preis“ für Literatur.
Sein Drama „Hexenjagd“ (verfilmt 1996, mit seinem Schwiegersohn in der männlichen Hauptrolle) erschien 1953 (Uraufführung am 22. Januar in New York). Damit äußerte er sich, im Gewand der Salemer Hexenprozesse von 1692, zur Kommunistenhatz des damaligen Senators für Wisconsin, Joseph McCarthy, und dem daraus resultierenden Massenwahn. 1954 geriet er folglich durch das „Komitee gegen unamerikanische Umtriebe“ (HUAC) unter Anklage Kommunisten unterstützt zu haben. Zwei Jahre später verweigerte er vor dem Komitee die Nennung von Namen anderer Kollegen und wurde ein Jahr später wegen Missachtung des Komitees zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung und fünfhundert Dollar Geldstrafe verurteilt. Die Strafe wurde 1958 widerrufen.