Oscar Wilde (1854-1900)
Oscar Fingal O'Flahertie Wills wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin als Sohn einer künstlerisch angehauchten Akademikerfamilie geboren. Nachdem er die Internate durchlief, studierte der brillante junge Mann in Oxford und debütierte mit 26 Jahren in London (Lyrik). 1884 heiratet er Constance Lloyd. 1885 wird sein Sohn Cyril und 1886 sein anderer Sohn Vyvyan geboren. Sein Ruf, unschlagbar geistreich und etwas lasterhaft zu sein, festigte sich. Er wurde ein Meister des geistvoll-paradoxen Bonmots. Als Dramatiker, Epiker und Essayist schaffte er eine kontinuierliche Folge von brillanten Gesellschafts­komödien. Seine Hauptwerke für das Theater sind Lady Windermeres Fächer, Salome, Eine Frau ohne Bedeutung, Ein idealer Gatte und Bunbury und kamen allesamt zwischen 1890 und 1895 heraus.
Berühmt und leichtsinnig geworden, macht Oscar Wilde sich zum Mittelpunkt eines Skandalprozesses, der mit seiner Verhaftung endet. Er wurde wegen Homosexualität verurteilt. Nach zwei Strafprozessen landete der Dandy mit dem geschärften Blick für bestimmte Nelken, die man zu bestimmten Anzügen tragen oder nicht tragen dürfte, für zwei Jahre ins Zuchthaus, wo er u.a. ein berühmtes Zuchthausgedicht und einen empfindsamen Rechtferti­gungsbrief schrieb.
Er starb am 30. November 1900 in einem billigen Pariser Hotel als verarmter und gebrochener Mann. Seine Theater­stücke wurden vielfach verfilmt. Sie sind in alle Welt­sprachen übersetzt und werden bis heute gespielt.