(M)eine kleine Kostümgeschichte zu Die Irren von Valencia
Eigentlich müßten alle in schwarz gehen, denn das war die Farbe der damaligen Mode in Spanien, wobei Mode natürlich immer nur die vornehme Gesellschaft, die Adligen, betraf. Aber da schwarze Kleidung im Sommertheater wenig für das Auge hergibt, habe ich Anleihe gemacht bei der französisch-spanischen Mode, denn die spanische Mode war damals über ganz Europa verbreitet mit Abwandlungen in den verschiedenen Ländern.
Spanien hatte die Kriege gegen die Mauren, die Verfolgung der Juden und die Inquisition hinter sich. Die schwarze Kleidung, das Verformen der Figur (starre Brustplatte bei den Frauen, extreme Verhüllung der Hüften) war die Reaktion des Klerus und der katholischen Könige auf das sinnenfrone Leben der vergangenen muslimischen Herrschaft, wo die Menschen feinste Stoffe aus dem Orient in wunderschönen Farben trugen.
Die Narren tragen Kleidung aus zwei verschiedenen Stoffen. Da die Narren ihre Kleidung selbst hergestellt haben, ist jedes Gewand anders geworden. Für den "Narren" Beltrán, der wohl ein feiner Herr sein muß, hat man Knöpfe ans Gewand genäht. Man weiß zwar nicht so genau, wozu Knöpfe dienen, aber vornehm sind sie auf jeden Fall. Beilrán trägt noch seine Floriano-Hose und Elvira noch ihren Erifila-Schleier, Kennzeichen dafür, daß sie nicht wirklich zu den Narren gehören.
Die einfachen Leute (Laida, Pförtner und Häscher) symbolisieren in ihrer Kleidung die Farben Spaniens, das Weiß der Häuser, das Sandfarbene und das Rostrot der Erde, das Oliv der Bäume und das Grau der Felsen.
Die Herren tragen kurze Pumphosen. Das Wams ist kurz und eng und die Halskrausen dürfen nicht fehlen. Die vornehmen Herren tragen Stulpenstrümpfe über den eigentlichen Strümpfen, die über dem Knie mit Schleifen
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