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Felix Lope de Vega Carpio, (Madrid 1562-1635)
der fruchtbarste spanische Dramatiker und Begründer der spanischen Nationalbühne stammt aus altem adligem Geschlecht. Als Dreizehnjähriger schreibt er bereits sein er­stes Schäferspiel. Studiert in Madrid und Alcalá Theologie, wegen häufiger Liebes­händel aus Kastilien verbannt, nimmt 1588 an der Expedition der Armada teil. Nach dem Tode seiner zweiten Frau wird er 1614 zum Priester geweiht und wegen seiner li­
Lope de Vega. Bleistift­zeichnung von Velázquez
terarischen Parteinahme für Maria Stuart
vom Papst zum "Dr.theol." ernannt. 1627 wird er Johanniterritter.
Als Lyriker verwendet L.de V. sowohl die traditionellen spanischen als auch die italienischen Formen. Er verfaßte Schäfer- und Abenteuerroma­ne, Versepen in der Nachfolge von Ariost und Tasso und, nach dem Vor­bild der ,Celestina', ein weitgehend autobiographisches Prosadrama "La Dorotea".
L.de V. ist jedoch vor allem Dramatiker und gilt als Schöpfer des spani­schen nationalen Theaters. Er hat dem Schauspiel und der Komödie die Form gegeben, die lange Musterbeispiel des romanischen Dramas war. Er wollte "die Handlungen der Menschen nachahmen und die Sitten der jeweiligen Zeit malen".
Von den 1500 Stücken, die er verfaßt haben soll, sind ein Drittel erhal­ten. Sein Theater bricht mit der gelehrten humanistischen Tradition und zielt auf Erfolg beim breiten Publikum. Seine Stücke werden im allgemei­nen nach Themenkreisen gegliedert: historische Dramen, Mantel- und Degenstücke, mythologische und Schäferstücke, sowie religiöses Thea­ter.